Biozyklisch-veganer Anbau
Was bedeutet biozyklisch-veganer Anbau?
Der biozyklisch-vegane Anbau ist eine Form des ökologischen Landbaus, bei der auf Betriebsmittel aus der Tierhaltung verzichtet wird – also zum Beispiel auf Hornspäne oder Knochenmehl aus der konventionellen Tierhaltung, wie sie auch im Bio-Anbau häufig verwendet werden.
Der vegane Aspekt ist dabei nur ein Teil des Konzepts. Mindestens genauso wichtig ist der starke Fokus auf das Ökosystem eines landwirtschaftlichen Betriebes.
Dafür wurde der sogenannte Biozyklische Betriebsindex (BBI) entwickelt. Er beschreibt vereinfacht gesagt, wie stark ein Betrieb mit der umgebenden Natur vernetzt ist – und wie gut sich natürliche Kreisläufe auf der Fläche entwickeln können.
Oder anders gesagt: Wie sehr ein Hof ein eigenes, funktionierendes Ökosystem bildet.
Der Index hilft dabei, dieses Zusammenspiel messbar zu machen, Potenziale zu erkennen und den Betrieb Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Den biozyklisch-veganen Anbau finden Sie kurz und knapp in diesem Video erklärt:
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Warum wir diesen Weg gehen
Auf unserem Hof arbeiten wir seit vielen Jahren biologisch und sind seit fast 20 Jahren Mitglied im Anbauverband Bioland. Bio ist für uns keine Marketingstrategie, sondern eine Überzeugung.
Deshalb stellen wir uns immer wieder die Frage: Was können wir noch tun, um stärker mit der Natur zu arbeiten?
Vor einigen Jahren sind wir dabei auf einen Punkt gestoßen, bei dem aus einer kleinen Frage etwas Größeres geworden ist. Viele Düngemittel im biologischen Landbau stammen ursprünglich aus der konventionellen Tierhaltung – zum Beispiel Hornspäne, Federmehl oder Knochenmehl aus Schlachtbetrieben.
Nach einigen negativen Erfahrungen damit fühlte es sich für uns irgendwann nicht mehr richtig an, damit zu arbeiten. Also haben wir uns gefragt: Geht das auch anders? Die Antwort: Ja, es geht.
Was das bei uns konkret bedeutet
Wir verzichten auf tierische Dünger und suchen stattdessen nach pflanzlichen und mineralischen Alternativen zur Stärkung und zum Schutz unserer Pflanzen im Obstgarten.
Zum Beispiel:
- Hülsenfrüchte und Kleegras binden Stickstoff im Boden
- Gründüngung lockert den Boden und bringt als Mulch neue Nährstoffe zurück
- Pflanzenkomposte fördern das Bodenleben
- Basalt- und Steinmehl liefern Mineralstoffe
- Holzasche oder Algenmehl können den Boden zusätzlich stärken
Manches davon liegt nahe, anderes braucht Ausprobieren und Erfahrung. Genau das gehört für uns dazu: neugierig bleiben. Immer wieder fragen: Geht das auch anders? Geht es vielleicht sogar besser?
Der biozyklisch-vegane Ansatz lädt genau dazu ein: ständig weiter zu lernen, Dinge zu hinterfragen und sich als Betrieb weiterzuentwickeln.
Pionierarbeit im Obstbau
Dieser Weg bedeutet auch Pionierarbeit. Er bringt viel Interesse mit sich – aber auch Kritik. Nicht jeder im Obstbau kann mit dieser Form der Landwirtschaft etwas anfangen. Dazu kommt: Der Aufwand und die Kosten sind ohne Frage höher.
Wirtschaftlich hat uns dieser Schritt bisher keinen Vorteil gebracht. Und wir gehen auch nicht davon aus, dass sich das in Zukunft wesentlich ändern wird.
Trotzdem bleiben wir dabei. Weil wir überzeugt sind, dass dieser Ansatz eine sinnvolle Richtung für die Zukunft der Landwirtschaft sein kann.
Wichtig ist uns dabei, nicht missionarisch oder dogmatisch aufzutreten. Jeder Betrieb ist anders und muss seinen eigenen Weg finden.
Wir wissen nur: Für unseren Hof funktioniert dieser Weg.
Zertifizierung
Seit 2018 ist unser Betrieb nach dem Biocyclic Vegan Standard zertifiziert und trägt das Siegel biozyklisch-veganer Anbau.
Wir sind Mitglied im Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau, der sich für eine kreislaufbasierte, vegane Form des ökologischen Landbaus einsetzt.
Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden Sie auf der Webseite des Förderkreises.
Was das für Sie bedeutet
Ganz einfach gesagt steht der biozyklisch-vegane Anbau für:
- Vielfalt statt Monokultur
- einen lebendigen Boden
- pflanzliche Nährstoffkreisläufe
- Förderung von Nützlingen und Biodiversität
Wenn Ihnen diese Form der Landwirtschaft gefällt, können Sie sie ganz einfach unterstützen: indem Sie unsere Produkte kaufen und / oder Baumpatenschaften übernehmen.
Denn mit jedem Einkauf tragen Sie dazu bei, dass dieser Ansatz weiter wachsen kann.